Wissenschaft auf Reisen XXIV

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Umbrien mit Florenz

25. April – 3. Mai 2020

Wissenschaftliche Leitung:
Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber
Univ.-Ass. Prof. Dr. Markus Metka

Referenten:
Univ. Prof. DDr. Mag. Matthias Beck
Dr. Jan-Dirk Fauteck
Mag. Anita Frauwallner
Univ. Prof. Dr. Doris Gruber
Univ. Prof. DDr. Johannes Huber

Univ.-Ass. Prof. Dr. Markus Metka
Prof. Dr. Josefa Schreiner-Hecheltjen

Kunsthistorische Begleitung:
Univ. Prof. der Kunstgeschichte Dr. Artur Rosenauer

Vorwort:

Wissenschaft auf Reisen führt uns diesmal nach Umbrien, wo die sprichwörtliche Weisheit „Lass Nahrung deine Medizin sein“ einen historisch-europäischen Ausgangspunkt hat.

Es waren die Etrusker, die schon in den vorchristlichen Jahrhunderten (durch Grabbeigaben und Fresken gut dokumentiert) die Wichtigkeit der gut organisierten Landwirtschaft, vor allem aber die über den Kalorienbedarf hinausgehende Bedeutung der Nahrung erkannten und auch praktizierten. Archäologische Ausgrabungen sowie erhaltene Werkzeuge zur Lebensmittelzubereitung wie Käsereiber legen nahe, dass dort die Pasta erfunden wurde, dargestellt sind Brotleibe, Wurst und Früchte, sowie die Hauptzutaten der etruskischen Küche: Oliven, Trauben, Feigen, Granatapfel und Maronen. Zusammen mit Saubohnen, Linsen und Kichererbsen sowie alten Getreidesorten wie Buchweizen, Emmer, Einkorn, Dinkel und Weizen ergab das eine Küche, die man als Vorstufen der gesunden mediterranen Nahrung ansehen kann.

Umbrien und die Toskana sind aber auch die Geburtsgegenden einer neuen europäischen Geistigkeit. So entstand schon im Mittelalter in Assisi eine Spiritualität, die die katholische Kirche damals revolutionierte und die auch in der Jetztzeit willkommen wäre: Als Franziskus seine teuren Anzüge ab- und das Bußkleid anlegte. Aber auch der politische Pessimismus eines Machiavelli, dessen Geburt sich zum 450. mal jährt, entstand dort mit jener Frage, die im jetzigen politischen Diskurs ebenfalls Hochkonjunktur hätte – ob der Zweck tatsächlich alle Mittel heiligt.

Die Neuzeit des Geistes und der Kunst bahnte sich vor allem in Florenz an. Beispiele dafür gibt es viele: so in Santa Maria Novella, wo das Dekamerone seinen Ausgangspunkt nahm und die Perspektive erstmals in die Malerei Eingang fand. Oder beim Nachlass Galileis und jener aus Holland importierten Fernrohre, mit denen er das kosmische Weltbild veränderte. Oder bei Fra Angelico, der den Sprung vom mittelalterlich Zweidimensionalen in die naturalistische Dreidimensionalität wagte.

Wir würden uns freuen Sie auf dieser Reise begrüßen zu dürfen!

Univ. Prof. DDr. Johannes Huber
Univ.-Ass. Prof. Dr. Markus Metka
Birgit Ludwig