Wissenschaft auf Reisen XX

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Oman - AUSGEBUCHT

Juwel aus 1001 Nacht - Ort der arabischen Medizin - Heilkraft des Weihrauchs

16. – 24. November 2018

Wissenschaftliche Leitung:
Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber
Univ.-Ass. Prof. Dr. Markus Metka

Referenten:
Dr. Jan-Dirk Fauteck
Mag. Anita Frauwallner
Univ.-Prof. Dr. Doris Gruber
Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber
Univ.-Ass. Prof. Dr. Markus Metka
PD. Dr. Antonio Regidor


Vorwort:

In kaum einem anderen Land Arabiens sind die Traditionen so kontinuierlich und authentisch erhalten geblieben wie im Oman. Die Hochblüte der mittelalterlichen Medizin, die für lange Zeit die Medizin der damalig bekannten Welt dominierte, ging von Arabien aus.

Zum 20. Jubiläum der Kongressserie „Wissenschaft auf Reisen“, werden wir ein besonderes Augenmerk auf die Geschichte der hochmittelalterlichen, arabischen Medizin richten.

Da der Oman über viele Jahrhunderte ein Teil der bedeutsamen Gewürzkarawane von Indien bzw. Vorderasien nach Europa war, ist dies auch ein guter Anlass die pharmakologischen aber auch kulinarisch faszinierenden Eigenschaften von Gewürzen und (Heil-)Kräutern zu betrachten. Besonders Weihrauch tritt zunehmend in den Blickpunkt der modernen Medizin.

Die arabische Hochmedizin ist vor allem basierend auf einer hochentwickelten Phytotherapie, mit der wir uns unter anderem auseinandersetzen werden. Hierbei stehen vor allem die pharmakologischen, chemopräventiven, antiinflammatorischen und antioxidativen Wirkungen von pflanzlichen Substanzen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Wie unlängst auf einem Kongress in Boston vor 8.000 Neurologen vorgestellt, hat Weihrauch eine stark antiinflammatorische Wirkung, die sogar – ohne Nebenwirkung – bei der Multiplen Sklerose einen unerwarteten Besserungserfolg hatte. Auch bei rheumatischer Arthritis, Osteoarthritis oder chronischen Gelenkentzündungen scheint es zu helfen.
Weihrauch, das luftgetrocknete Gummiharz, das aus dem Weihrauchbaum gewonnen wird, war bereits 1700 Jahre vor Christus so begehrt, dass sein Transport zur Entstehung einer blühenden Handelsstraße zwischen Arabien und dem Mittelmeer, der so genannten Weihrauchstraße führte. Die am Mittelmeer wohnenden Ägypter und Phönizier haben es bei ihren rituellen Handlungen verwendet, aber auch schon sehr früh für medizinische Zwecke erschlossen.
Sie nutzten seine positive Wirkung bei der Wundheilung und bei Atemwegserkrankungen und nahmen deshalb auch die extrem hohen Kosten in Kauf. Auch Heilkundige wie Hippokrates und später im Mittelalter Hildegard von Bingen empfahlen den Einsatz für eine Reihe von Gesundheitsproblemen.

Auch das Interesse der Wissenschaftler an Myrrhe hält bis heute an. Den Beweis liefert eine kürzlich publizierte Studie mit dem Myrrhe-haltigen pflanzlichen Arzneimittel „Myrrhinil-Intest“. Die pflanzliche Kombination aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle wird bereits, wie auch DIE WELT berichtet, seit über fünfzig Jahren bei Magen-Darm-Beschwerden, zum Beispiel bei Durchfall und Reizdarm eingesetzt.

Wir würden uns freuen Sie auf der Jubiläumsreise begrüßen zu dürfen!

Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber
Univ.-Ass. Prof. Dr. Markus Metka
Birgit Ludwig